Ankerleinen

Ankerleinen

Zur Ausstattung an Bord eines Schiffes gehören Ankerleinen oder Ankerketten. Sie sind unerlässlich zum sicheren Ankern, indem sie das Boot mit dem Anker verbinden. Während größere Schiffe meistens mit Ankerketten festgemacht werden und Ankerleinen für einen Zweitanker benutzen, werden auf kleineren Jachten und Segelbooten überwiegend Ankerleinen eingesetzt, da diese handlicher und platzsparender sind. Bei der Anschaffung einer zuverlässigen Ankerleine sollte neben der ausreichenden Länge und Stärke der Leine auf eine gute Qualität geachtet werden, um bei starkem Seegang und schlechtem Wetter böse Überraschungen auszuschließen.

Richtig Festmachen & Ankern

Um sicher ankern zu können, sollten zunächst einmal der Wetterbericht, die Gezeiten und Strömungen berücksichtigt werden. Einen geeigneten Liegeplatz findet man am besten durch vorsichtiges Ausloten unter langsamer Fahrt. Nachdem ein guter Platz ermittelt wurde, wird das Boot angehalten, um den Anker fallen zu lassen. Danach wird unter rückwärtiger Fahrt die Leine oder Kette kontrolliert losgegeben und nachgeführt, bis sich der Anker fest im Boden eingegraben hat.

Bei starkem Wind oder Seegang muss genügend Leine zu Wasser gelassen werden, um ein Reißen der Ankerleine zu verhindern. Ein richtiges Maß ist dabei entscheidend, denn bei einer zu langen Ankerleine bewegt sich das Boot zu stark und könnte mit benachbarten Booten kollidieren. Ausschlaggebend bei der Leinenlänge ist neben der Windstärke die Wassertiefe. So beträgt beispielsweise die ideale Länge der Ankerleine bei einer Windstärke von 3 Beaufort und einer Wassertiefe unter 10 Metern die dreifache Wassertiefe. Liegt die Tiefe über 10 Metern, beträgt die Leinenlänge höchstens die fünffache Wassertiefe. Bei stärkerem Wind wird die Ankerleine noch weiter bis zur fünffachen beziehungsweise siebenfachen Wassertiefe verlängert.

Wonach richtet sich der Durchmesser der Ankerleinen?

Neben der optimalen Länge ist der richtige Durchmesser der Leine maßgebend. Dieser richtet sich nach der Länge und dem Gewicht des Schiffes, da beides entscheidend die Haltekraft beeinflusst. Je länger und schwerer das Boot ist, umso stärker sollte der Durchmesser der Ankerleine sein. Der Durchmesser von Ankerleinen reicht von 10 mm für kleine Boote bis zu 28 mm für große Schiffe über 20 Meter. Kleine Boote bis zu 6 Meter Länge kommen mit einem Durchmesser von 10 mm aus. Bei größeren Segelbooten bis zu 8 Metern und einem Gewicht bis zu 2 Tonnen reichen 12 mm. Bei einem Gewicht von 4 Tonnen wird ein Durchmesser von 14 mm benötigt, bei 10 Tonnen 16 mm usw. Darüber hinaus ist die Zugfestigkeit der Ankerleine wichtig, da diese bei schlechter Qualität mit dem gleichen Durchmesser oft um ein vielfaches geringer ist. Zudem sollte bedacht werden, dass eine dünnere Leine recht unkomfortabel in der Handhabung ist.

Ankerleinen aus Polyester & rostfreiem Stahl

Ankerleinen werden überwiegend aus dreischäftigem geflochtenem Polyester hergestellt, welches sich nicht reckt und dennoch genügend Elastizität aufweist. Das Material ist zudem äußerst reiß- und scheuerfest. Am Ende der Leine ist oft eine Kausch eingespleißt, in der der Ankerschäkel eingehakt wird. Die Kausch sollte aus rostfreiem Nirosta-Edelstahl bestehen, um ein Durchscheuern der Ankerleine zu vermeiden. Das Gewicht der Leine kann erhöht werden, indem ein Kettenvorlauf angebracht wird. Die neueste Entwicklung ist eine umweltfreundliche verarbeitete Bleiankerleine, die aus doppelt geflochtenem Polyester besteht und eine Bleieinlage von 10 Metern besitzt.